Ü-30 Antifa aus Leipzig

28.09.26, Conne Island: Digitale Solidarität — Zur Überwindung kapitalistischer Technologie


In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe widmen wir uns der Aktualisierung linker Diskussionen über Ideologien, die sich derzeit dynamisch aus der Verknüpfung reaktionärer Politik und den Zukunftsvisionen der Tech-Industrie entwickeln. Kennzeichnend für diese Ideologien ist eine zugleich rückwärtsgewandte und futuristische Ausrichtung.

Wir möchten Diskussionen ermöglichen, die über ein Populärverständnis der „Big-Tech-Bros“ hinausgehen. Zu den beleuchteten Aspekten zählen die Kritik der TESCREAL-Ideologie (Transhumanismus, Extropianismus, Singularitarianismus, Kosmismus, Rationalistische Ideology, Effective Altruism und Longtermismus), antifeministische Aspekte der Techbro-Culture sowie die Aneignung autoritärer Impulse aus der Tech-Welt in der europäischen Rechten. Ziel ist es, eine neue Ideologiekritik anzustoßen, die KI und Kernideen der Tech-Industrie als Teil einer autoritären bzw. techno-faschistischen Offensive analysiert. Die drei Teile der Veranstaltungsreihe bauen thematisch aufeinander auf: Sie widmen sich erstens den historischen Wurzeln von und der wissenschaftlichen Kritik an KI, zweitens den Fortschrittserzählungen autoritärer Ideologien aus der Tech-Welt und drittens der Vision einer antikapitalistischen, technologiekritischen und solidarischen Digitalisierung.

28. September, Conne Island: Digitale Solidarität — Zur Überwindung kapitalistischer Technologie

Buchvorstellung mit Aline Blankertz & Malte Engeler. Einlass 19 Uhr. 

Digitale Technologien bilden heute die Speerspitze kapitalistischer Akkumulation und Zerstörung. Digitale Plattformen, Rechenzentren und KI intensivieren Ausbeutungsformen und technologische Herrschaft. Linke Antworten darauf verbleiben oft auf der Ebene von Regulierung und individualistischer Technikaneignung. Das Buch »Digitale Solidarität« setzt hier an und fragt: Wie lassen sich die Logiken der kapitalistischen Digitalisierung überwinden, um Technologien konsequent an Bedürfnissen auszurichten?

Aline Blankertz und ihr Co-Autor Malte Engeler zeigen, wie tech-libertäre Ideologien selbst progressive Vorstellungen der Digitalisierung prägen und verzerren. Sie analysieren die Ambivalenz bürgerlicher Konzepte wie Privatheit, Open Source und digitale Souveränität und unterziehen sie einer grundlegenden Kritik. Darauf aufbauend plädieren sie für die Verbindung linker Kämpfe – von Hacking über Vergesellschaftung bis hin zum Einsatz digitaler Technologie in anderen Wirtschaftsweisen. So entwerfen sie die Perspektive einer radikal anderen, antikapitalistischen, technologiekritischen und solidarischen Digitalisierung.

Aline Blankertz ist angewandte Ökonomin und setzt sich aktuell als Tech Economy Lead von Rebalance Now für die demokratische Gestaltbarkeit von Wirtschaft ein. Sie ist Mitgründerin vom digitalpolitischen Kollektiv Structural Integrity. Sie arbeitet seit einigen Jahren zu verschiedenen Themen rund um Digitales, Daten und Technologie. Vor Rebalance Now arbeitete Aline bei Wikimedia Deutschland, davor leitete sie das Projekt Datenökonomie bei der Stiftung Neue Verantwortung. Gemeinsam mit Malte Engeler veröffentlicht sie in Kürze das Buch »Digitale Solidarität«.

Weitere Termine der Reihe

 In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e. V.